Die EU wird demnächst eine CO2-Steuer für Häfen einführen.
Die EU plant, Schiffe, die europäische Häfen anlaufen, ab dem 1. Januar 2024 in das Emissionshandelssystem (ETS) einzubeziehen. Die für Europa im Jahr 2024 vorgesehenen Emissionskompensationen werden auf 3,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das bedeutet, dass Reedereien für die CO₂-Emissionen ihrer Schiffe, die zwischen zwei EU-Häfen verkehren, eine Kompensation erwerben müssen. Wenn Schiffe zwischen EU- und Nicht-EU-Häfen verkehren, müssen sie 50 % der Kosten für die CO₂-Emissionen tragen.
Sieben EU-Länder, darunter Spanien und Italien, haben kürzlich Briefe an die Europäische Kommission geschickt und die Aussetzung dieses Plans gefordert. Sie wollen verhindern, dass Reedereien europäische Routen meiden und den Handel auf nahegelegene Mittelmeerhäfen wie Tanger in Marokko oder Said in Ägypten verlagern, die weniger als 300 Seemeilen von der EU-Küste entfernt liegen. Laut einer aktuellen Schätzung eines Schifffahrtsberatungsunternehmens werden die Kosten des Emissionshandelssystems (ETS) für ein Containerschiff, das bis 2024 zwischen Europa und Asien verkehrt, bei einem CO₂-Preis von 90 Euro pro Tonne bis zu 810.000 Euro betragen. Trotz der hohen Kosten des ETS soll Maersk, das führende Containerunternehmen, im vergangenen Jahr einen Gewinn von bis zu 30 Milliarden US-Dollar erzielt haben. Die durch das ETS generierten Kosten sind im Vergleich zu den Einnahmen aus der internationalen Schifffahrt verschwindend gering, sodass sie sich voraussichtlich nicht wesentlich auf die Terminalpreise auswirken werden. Allerdings haben einige EU-Länder an der Mittelmeerküste, darunter Portugal, Griechenland, Zypern und andere, öffentlich erklärt, dass der ETS-Plan, der 2024 in Kraft treten soll, dazu führen könnte, dass Kohlenstoffemissionen in andere Teile der Welt verlagert werden und Unternehmen längere Routen wählen, um das Anlegen in EU-Häfen zu vermeiden, was wiederum zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen führen könnte.
Wie man mit den EU-Klimabarrieren umgeht
Exportunternehmen wird empfohlen, die Änderungen relevanter internationaler Vorschriften und Richtlinien aufmerksam zu verfolgen. Das Thema CO₂-Emissionen ist dynamisch, und die entsprechenden Vorschriften, Richtlinien und Durchführungsbestimmungen von Ländern, Regionen und Branchen weltweit ändern und erweitern sich ständig. Dies stellt Unternehmen vor Herausforderungen im Bereich des CO₂-Emissionsmanagements. Weltweit anerkannte und hoch angesehene Zertifizierungsstellen bieten Unternehmen nicht nur Standardzertifizierungen an, sondern beraten auch Normungsorganisationen und Richtlinienentwickler und wirken an der Entwicklung von Normen und Richtlinien mit. In der Praxis wird Exportunternehmen empfohlen, sich mit ihren Handelspartnern abzustimmen und von den Importbehörden anerkannte Zertifizierungsstellen mit der Beratung zu beauftragen.


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